Möchtest du mehr Zeit in Gottes Wort verbringen? Lade Still herunter, um Schrift, Gebet und christliche Meditationen zu hören — und lass die Bibel dich im Alltag begleiten.
An Heiligabend wird in vielen Familien dieselbe Geschichte vorgelesen.
Es ist die Erzählung von der Geburt Jesu, wie sie im Lukasevangelium steht: die Weihnachtsgeschichte. Für manche gehört sie so fest zum Fest wie der Baum und die Kerzen. Für andere ist sie neu, oder lange her.
Dieser Beitrag hat beides: den vollständigen Text aus Lukas 2, klar zum Vorlesen gegliedert, und danach eine kurze Erklärung, was die einzelnen Teile bedeuten und wie man sie mit Kindern liest.
Der Text folgt der Lutherbibel von 1912, in heutiger Rechtschreibung. Diese Fassung ist gemeinfrei — du darfst sie ausdrucken, kopieren und am Heiligabend vorlesen, ohne jemanden um Erlaubnis zu fragen.
Die Weihnachtsgeschichte zum Vorlesen (Lukas 2,1–20)
Nimm dir Zeit. Die Geschichte lebt vom ruhigen, langsamen Lesen. Die Abschnitte unten helfen dir, natürliche Pausen zu finden.
Die Reise nach Bethlehem
Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger von Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt.
Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum dass er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf dass er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die ward schwanger.
Die Geburt
Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, da sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.
Die Hirten auf dem Feld
Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.
Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.
Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.
Bei der Krippe
Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen.
Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.
Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott um alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.
Was die Geschichte erzählt
Die Weihnachtsgeschichte ist kurz. In gerade einmal zwanzig Versen steckt sehr viel. Ein paar Dinge lohnt es sich zu wissen, wenn man sie liest.
Ein Kaiser, eine Volkszählung und ein Umweg
Die Geschichte beginnt groß, mit dem mächtigsten Mann der damaligen Welt. Kaiser Augustus ordnet eine Zählung an, und diese Anordnung setzt eine junge Familie in Bewegung.
Josef und Maria müssen von Nazareth nach Bethlehem, weil Josef aus dem Geschlecht Davids stammt. Es ist eine weite, beschwerliche Reise, besonders für eine hochschwangere Frau.
Der Punkt dahinter: Das Kind kommt nicht in einem Palast zur Welt, sondern am Rand, unterwegs, weil ein Erlass es so ergibt. Gott fängt klein an.
Kein Raum in der Herberge
Der wohl bekannteste Satz der Geschichte: “denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.”
Die Krippe (eigentlich ein Futtertrog für Tiere) wird zum ersten Bett. Es ist ein Bild für Bescheidenheit und Armut, und für einen Gott, der dort einzieht, wo Platz für ihn ist.
Viele Menschen finden gerade darin den Trost der Geschichte: Sie beginnt bei den Übersehenen.
Die Hirten und die Botschaft
Von der Geburt erfahren zuerst Hirten, Menschen mit einfacher, harter Arbeit, nachts draußen auf dem Feld.
Ihnen gilt der wohl wichtigste Satz: “Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird.”
Die Freude gilt “allem Volk”, nicht nur einer ausgewählten Gruppe. Und sie beginnt mit einem Wort gegen die Angst. Das ist kein Zufall. Es ist der Ton, den die ganze Geschichte anschlägt.
Der Friede am Ende
Der Lobgesang der Engel ist zum bekanntesten Weihnachtssatz geworden: „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.”
Nach der Enge, der Reise und der Nacht endet die Geschichte im Frieden. Die Hirten kehren um, “priesen und lobten Gott”. Und Maria behält alles und bewegt es in ihrem Herzen, ein stilles Bild dafür, wie man Großes am besten aufnimmt: langsam und nachdenklich.
Warum “Weihnachtsgeschichte” meist Lukas 2 meint
Von der Geburt Jesu berichten im Neuen Testament zwei Evangelien, und sie erzählen Unterschiedliches.
Bei Matthäus stehen die Weisen aus dem Morgenland, der Stern und die Flucht nach Ägypten. Diese Bilder kennen viele von der Krippe unter dem Baum. Der eigentliche Ablauf der Heiligen Nacht aber (die Reise, der Stall, die Hirten, die Engel) steht bei Lukas.
Deshalb ist es fast immer Lukas 2, wenn von “der Weihnachtsgeschichte” die Rede ist. Es ist der Text, der an Heiligabend gelesen wird, und der Text, den dieser Beitrag oben vollständig wiedergibt.
Gut zu wissen, wenn Kinder fragen, wo denn die Könige mit den Kamelen bleiben: Die kommen bei Matthäus, und ihr Tag ist erst später, nämlich das Fest der Heiligen Drei Könige am 6. Januar.
Die Weihnachtsgeschichte mit Kindern lesen
Für Kinder ist die Geschichte ein guter Einstieg. Sie ist voller Bilder: Tiere, ein Stern, Engel, ein Baby. Ein paar Tipps, damit das Vorlesen gelingt:
- Langsam lesen. Kinder brauchen Zeit, sich die Szenen vorzustellen. Lieber ruhig und mit Pausen als schnell.
- Rollen verteilen. Ältere Kinder können den Engel oder die Hirten lesen. Das macht die Geschichte lebendig.
- An der Krippe anhalten. Bei jüngeren Kindern reicht oft der Teil bis zur Krippe. Der Rest kann warten.
- Fragen zulassen. “Warum in einem Stall?” ist eine gute Frage. Man muss nicht alles beantworten. Staunen dürfen ist genug.
Es geht darum, dass die Geschichte ein fester, ruhiger Punkt im Trubel des Heiligabends wird. Perfekt muss dabei nichts sein.
Die Geschichte hören statt lesen
Nicht in jeder Familie mag jemand vorlesen, und nicht jeder Abend gibt es her. Dann ist es schön, die Weihnachtsgeschichte einfach zu hören, eine ruhige Stimme, während die Kerzen brennen.
Wenn du die Geschichte gern gesprochen erleben möchtest, verbindet die App Still den biblischen Text mit sanfter Erzählstimme, sodass ihr euch am Heiligabend gemeinsam zurücklehnen und zuhören könnt. Lade Still im App Store.
Ob gelesen oder gehört: Der Wert liegt im gemeinsamen Moment. Ein paar ruhige Minuten, in denen alle stillhalten, bevor das Fest weitergeht.
Rund um die Geschichte
Wer die Weihnachtsgeschichte in den größeren Zusammenhang stellen möchte, findet mehr in unseren Beiträgen zur Adventszeit.
In Advent: Bedeutung und Termine geht es um die vier Wochen, die auf Weihnachten zuführen, und warum wir sie feiern. Die Adventsandachten begleiten diese Wochen mit einem kurzen Gedanken für jeden Tag. Und wer den Heiligabend oder die Weihnachtstage mit einem Gebet begehen möchte, findet in den Weihnachtsgebeten passende Worte für Tisch und Abend. Einzelne Verse aus der Geschichte und aus den Propheten, für Karten und den Adventskalender, stehen bei den Bibelversen zu Weihnachten.
Noch nicht der richtige Vers? Zieh einen zufälligen Bibelvers →
Fazit: Eine Geschichte, die trägt
Die Weihnachtsgeschichte hält sich seit zweitausend Jahren, weil sie einfach ist und tief zugleich.
Ein Kind wird am Rand geboren, in einer kalten Nacht, und die erste Botschaft an die Welt lautet: Fürchtet euch nicht. Das ist ein guter Satz, an jedem Heiligabend aufs Neue.
Ob du sie in diesem Jahr vorliest oder hörst, in großer Runde oder still zu zweit: nimm dir die paar Minuten. Lass die Worte langsam kommen, so wie die Hirten langsam nach Bethlehem gingen. Und dann feiere. Das Warten hat ein Ende.
Still kostenlos testen Heute Abend in Gottes Wort einschlafen. Deine ersten 7 Nächte sind geschenkt — Gebet, Bibelworte & Einschlafgeschichten. Kostenlos starten →