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Die Fastenzeit 2027 beginnt am Aschermittwoch, dem 10. Februar 2027, und endet am Karsamstag, dem 27. März 2027. Ostersonntag ist der 28. März. Gezählt werden 40 Tage, weil die sechs Sonntage dazwischen nicht mitgerechnet werden.
Soweit die Zahlen. Die Frage dahinter ist meistens eine andere: Was fange ich mit diesen sieben Wochen an?
Hier findest du alle Termine bis Ostern, die 40 Tage erklärt, den Unterschied zwischen evangelisch und katholisch, die Ramadan-Frage, acht Bibelverse zum Fasten und Vorschläge, wie du die Zeit gestaltest, ohne dir ein Programm aufzuladen.
Wann beginnt die Fastenzeit 2027?
Am Mittwoch, dem 10. Februar 2027. Das ist Aschermittwoch, der Tag nach Fastnacht.
| Tag | Datum 2027 |
|---|---|
| Aschermittwoch (Beginn der Fastenzeit) | Mittwoch, 10. Februar |
| Invokavit (1. Sonntag der Passionszeit) | Sonntag, 14. Februar |
| Lätare (4. Sonntag, „kleines Ostern“) | Sonntag, 7. März |
| Palmsonntag | Sonntag, 21. März |
| Gründonnerstag | Donnerstag, 25. März |
| Karfreitag | Freitag, 26. März |
| Karsamstag (Ende der Fastenzeit) | Samstag, 27. März |
| Ostersonntag | Sonntag, 28. März |
Zum Vormerken: Die Fastenzeit 2028 beginnt am Mittwoch, dem 1. März 2028, Ostern fällt dann auf den 16. April. Das Datum wandert jedes Jahr, weil es an Ostern hängt, und Ostern richtet sich nach dem ersten Vollmond im Frühling. Wie das berechnet wird, steht in unserem Beitrag Wann ist Ostern?.
Warum 40 Tage, wenn es sieben Wochen sind?
Vom Aschermittwoch bis zum Karsamstag sind es 46 Tage. Die sechs Sonntage dazwischen zählen nicht mit, weil jeder Sonntag ein kleines Osterfest ist, der Tag der Auferstehung. Bleiben 40.
Die Zahl ist biblisch. Vierzig Tage regnet es bei der Sintflut, vierzig Jahre wandert Israel durch die Wüste, vierzig Tage geht Elia zum Berg Horeb. Und vierzig Tage fastet Jesus in der Wüste, bevor er öffentlich auftritt (Matthäus 4,1-2).
Die sechs Sonntage tragen alte lateinische Namen, jeweils nach dem ersten Wort ihres Eingangspsalms: Invokavit, Reminiszere, Okuli, Lätare, Judika und Palmarum. Lätare in der Mitte heißt „Freue dich“. In manchen Kirchen werden an diesem Sonntag die violetten Tücher gegen rosafarbene getauscht. Halbzeit, mit Erlaubnis zum Aufatmen.
Fastenzeit oder Passionszeit? Der Unterschied zwischen evangelisch und katholisch
Kurz gesagt: Evangelisch heißt diese Zeit Passionszeit und kennt keine Fastenregeln, katholisch heißt sie Fastenzeit und kennt zwei gebotene Fasttage, Aschermittwoch und Karfreitag. Ausführlich:
Beide Kirchen meinen dieselben Wochen und feiern dasselbe Fest am Ende. Der Akzent liegt anders.
Evangelisch spricht man von der Passionszeit. Im Zentrum steht der Leidensweg Jesu. Fastenregeln gibt es keine; Luther nannte das Fasten im Kleinen Katechismus „eine feine äußerliche Zucht“, mehr nicht. Wer evangelisch fastet, tut es freiwillig und entscheidet selbst, worauf.
Katholisch heißt diese Zeit Fastenzeit, und sie beginnt mit einem sichtbaren Zeichen: dem Aschenkreuz auf der Stirn. Die Asche stammt aus den verbrannten Palmzweigen des Vorjahres.
Zwei Tage sind gebotene Fast- und Abstinenztage, Aschermittwoch und Karfreitag. Fasten heißt an diesen Tagen eine sättigende Mahlzeit, Abstinenz heißt kein Fleisch. Liturgisch endet die Fastenzeit schon am Abend des Gründonnerstags, wenn mit der Messe vom Letzten Abendmahl die drei österlichen Tage beginnen.
Und die orthodoxen Kirchen? Sie rechnen nach dem julianischen Kalender. Ihr Osterfest fällt 2027 auf den 2. Mai, die Große Fastenzeit beginnt deshalb erst am Reinen Montag, dem 15. März 2027.
Die evangelische Freiheit ist ehrlich. Sie hat aber einen Preis: Ohne Regel fällt vielen der Anfang schwer. Deshalb der Rat, am Aschermittwoch genau eine Sache aufzuschreiben.
Fastenzeit und Ramadan 2027: Was ist der Unterschied?
2027 liegen beide Fastenzeiten fast übereinander. Der Ramadan beginnt voraussichtlich am Montag, dem 8. Februar 2027, und endet am 9. März, je nach Mondsichtung einen Tag früher oder später.
Die christliche Fastenzeit startet zwei Tage danach. Fast vier Wochen lang fasten Muslime und Christen in Deutschland gleichzeitig.
Gemeinsam ist beiden mehr, als man denkt: Verzicht, Gebet, Almosen, und die Erfahrung, dass ein leerer Magen den Blick auf Gott freiräumt.
Die Form unterscheidet sich deutlich. Im Ramadan gilt für alle dieselbe Regel: nichts essen und nichts trinken zwischen Morgendämmerung und Sonnenuntergang, einen Mondmonat lang. Die christliche Fastenzeit kennt keine solche Vorschrift. Jeder entscheidet, worauf er verzichtet, und tagsüber wird gegessen.
Dazu der Kalender: Der Ramadan wandert jedes Jahr etwa elf Tage früher, die Fastenzeit hängt am Ostertermin und bleibt zwischen Februar und April.
Dass sich beide 2027 überschneiden, ist Zufall. Ein Anlass, mit muslimischen Kollegen darüber zu reden, warum man gerade verzichtet, ist es trotzdem.
Was ist „7 Wochen Ohne“?
Die bekannteste Fastenaktion in Deutschland ist evangelisch und kommt ohne Regeln aus. „7 Wochen Ohne“ entstand 1983 in Hamburg, aus einer Runde von Journalisten und Theologen, und wird seit 1992 vom Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik in Frankfurt organisiert. Sie läuft von Aschermittwoch bis Ostersonntag.
Mitmachen tun mehr Leute, als man vermutet: Die Veranstalter schätzen die Zahl der Teilnehmenden auf zwei bis drei Millionen pro Jahr, eine ältere Emnid-Erhebung im Auftrag der Aktion kam auf über drei Millionen. Man muss sich nirgends anmelden, deshalb sind das Schätzungen und keine Mitgliederzahlen.
Das Besondere: Jedes Jahr gibt es ein Motto, und es geht nie um Schokolade. 2024 hieß es „Komm rüber! Sieben Wochen ohne Alleingänge“, 2025 „Luft holen! Sieben Wochen ohne Panik“, 2026 „Mit Gefühl! Sieben Wochen ohne Härte“. Das Motto für 2027 war beim Schreiben dieses Beitrags noch nicht veröffentlicht; du findest es auf 7wochenohne.evangelisch.de, sobald es feststeht.
Dazu erscheint jedes Jahr ein Fastenkalender mit einem Text für jeden Tag, und viele Gemeinden bilden Fastengruppen.
Was sagt die Bibel über das Fasten? 8 Verse für die Fastenzeit
Auffällig: Die Bibel erklärt an keiner Stelle, wie man richtig fastet. Sie sagt dafür ziemlich deutlich, wozu. Alle Verse nach Luther 1912.
1. Matthäus 4,1-2
„Da ward Jesus vom Geist in die Wüste geführt, auf daß er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn.“
Der Ursprung der 40 Tage. Jesus fastet, bevor er etwas beginnt. Das Fasten bereitet vor.
2. Matthäus 6,17-18
„Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Angesicht, auf daß du nicht scheinest vor den Leuten mit deinem Fasten, sondern vor deinem Vater, welcher verborgen ist.“
Der wichtigste Satz zum Thema. Fasten geht niemanden etwas an. Wer sieben Wochen lang erzählt, worauf er verzichtet, hat seinen Lohn schon abgeholt.
3. Jesaja 58,6-7
„Das ist aber ein Fasten, das ich erwähle: Laß los, welche du mit Unrecht gebunden hast; laß ledig, welche du beschwerst; gib frei, welche du drängst; reiß weg allerlei Last; brich dem Hungrigen dein Brot.“
Gottes eigene Definition. Das Fasten, das ihm gefällt, hat mit dem Teller wenig zu tun und viel mit den Menschen um dich herum.
4. Joel 2,13
„Zerreißet eure Herzen und nicht eure Kleider, und bekehret euch zu dem HERRN, eurem Gott! denn er ist gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte.“
Die alttestamentliche Lesung am Aschermittwoch. Das zerrissene Kleid war damals das öffentliche Zeichen der Buße. Gott will das innere.
5. Psalm 51,12
„Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist.“
Davids Bußpsalm und der Antwortpsalm am Aschermittwoch. Ein Satz, der als ganzes Fastengebet reicht. (Deutsche Zählung; englische Bibeln haben Vers 10.)
6. Psalm 90,12
„Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden.“
Das Aschenkreuz in einem Vers. Wer weiß, dass seine Tage gezählt sind, geht anders mit ihnen um.
7. Markus 1,15
„Die Zeit ist erfüllet, und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“
Der Satz, der beim Aschenkreuz gesprochen wird, heute meist als „Kehrt um und glaubt an das Evangelium“. Umkehr und Glaube gehören zusammen; das eine ohne das andere bleibt halb.
8. Jesaja 30,15
„Wenn ihr umkehrtet und stillebliebet, so würde euch geholfen; durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein.“
Für alle, die sich vornehmen, in diesen Wochen weniger zu reden und weniger zu scrollen. Die Kraft kommt aus der Stille.
Zum Nachschlagen: Matthäus 4,1-2 · Matthäus 6,17-18 · Jesaja 58,6-7 · Joel 2,13 · Psalm 51,12 · Psalm 90,12 · Markus 1,15 · Jesaja 30,15.
Wie gestaltet man die Fastenzeit?
Die Regel, die sich bewährt hat: eine Sache weglassen, eine Sache dazunehmen. Verzicht allein macht die Tage nur länger.
Du bist damit übrigens in großer Gesellschaft, auch außerhalb der Kirche. In der jährlichen Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit (1.001 Befragte, Februar 2026) halten 70 Prozent der Deutschen zeitweisen Verzicht für gesundheitlich sinnvoll, bei den unter 30-Jährigen sind es 85 Prozent. Ganz oben auf der Verzichtsliste stehen Alkohol, Süßigkeiten und Fleisch. Der religiöse Teil kommt bei den meisten nicht mehr vor; der Rhythmus ist geblieben.
- Eine feste Zeit für Gott. Zehn Minuten morgens, bevor das Handy angeht. Wie du sie füllst, steht in Gott näher kommen und Richtig beten.
- Ein Bibeltext pro Woche. Die Passionsgeschichte nach Markus, Kapitel 14 und 15, in sieben Abschnitten. Wie du langsam und mit Gewinn liest, zeigt Gottes Wort meditieren.
- Digitales Fasten. Kein Social Media nach 20 Uhr. Die meisten merken nach drei Tagen, wie viel Abend plötzlich da ist.
- Ein Gegenstück zum Verzicht. Das gesparte Geld oder die gesparte Zeit an jemanden weitergeben. Jesaja 58 nimmt das wörtlich.
- Am Abend abschließen. Ein kurzes Gebet, ein Blick zurück auf den Tag, ein Vers. Fünf Minuten genügen; kurze Andachten haben wir gesammelt.
Wenn dir für den Anfang und das Ende des Tages die Worte fehlen: In der Still-App gibt es für jeden Tag eine kurze Tagesandacht und ein Abendgebet zum Anhören, mit einem Bibelvers, gesprochen, sodass du nur zuhören musst. Lade Still im App Store. Einen Überblick über andere Apps gibt unser Vergleich der Andachts-Apps.
Und die Sonntage? Die Kirche zählt sie nicht zur Fastenzeit. Ob du sonntags aussetzt, entscheidest du; viele fasten durch, weil der Rhythmus sonst reißt.
Was tun, wenn du einen Tag aussetzt?
Es passiert. Am dritten Mittwoch steht der Kuchen im Büro, oder die Serie läuft eben doch. Die Versuchung ist dann, das Ganze aufzugeben, weil es „jetzt eh kaputt“ ist.
Es ist nicht kaputt. Fasten ist keine Prüfung, sondern eine Übung. Am nächsten Morgen weitermachen genügt. Wenn dich das schlechte Gewissen trotzdem beschäftigt, lies die Bibelverse über Vergebung; Psalm 51 steht auch dort.
Häufige Fragen
Wann endet die Fastenzeit 2027? Am Karsamstag, dem 27. März 2027. Ostersonntag ist der 28. März. Die evangelische Aktion „7 Wochen Ohne“ zählt den Ostersonntag noch mit; katholisch endet die Fastenzeit liturgisch schon am Abend des Gründonnerstags, dem 25. März.
Wie lange dauert die Fastenzeit? 40 Tage ohne die Sonntage, 46 Kalendertage mit ihnen, von Aschermittwoch bis Karsamstag.
Warum beginnt die Fastenzeit an einem Mittwoch? Weil man von Ostern aus 40 Tage ohne die Sonntage zurückzählt und dabei bei einem Mittwoch landet. Der Dienstag davor ist Fastnacht, das letzte Fest vor dem Verzicht; daher der Name.
Was darf man in der Fastenzeit nicht essen? Evangelisch gibt es keine Vorschrift. Katholisch gilt an Aschermittwoch und Karfreitag: eine sättigende Mahlzeit und kein Fleisch. An allen anderen Tagen entscheidest du selbst, worauf du verzichtest.
Wann beginnt die Fastenzeit 2028? Am Aschermittwoch, dem 1. März 2028. Ostern fällt 2028 auf den 16. April.
Ist die Adventszeit auch eine Fastenzeit? Ursprünglich ja. Der Advent war die zweite Fastenzeit des Kirchenjahres, zur Vorbereitung auf Weihnachten. Geblieben ist davon die stille, wartende Grundstimmung. Mehr dazu in unserem Beitrag zum Advent.
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Fazit: Vierzig Tage mit Richtung
Die Fastenzeit 2027 beginnt am 10. Februar und endet am 27. März. Das Datum steht fest. Was du daraus machst, steht noch nicht fest.
Nimm dir eine Sache vor, die du weglässt, und eine, die du dazunimmst. Erzähl es niemandem, wenn es nicht sein muss. Und wenn du einen Tag verpasst, fang am nächsten wieder an.
Am Ostermorgen wirst du merken, ob die sieben Wochen etwas bewegt haben. Meistens ja, und selten das, was man erwartet hat.
Quellen: DAK-Gesundheit, Forsa-Fastenumfrage 2026 (1.001 Befragte, 3. bis 5. Februar 2026); Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik, „7 Wochen Ohne“, Angaben zu Aktion und Teilnehmerzahlen; Martin Luther, Kleiner Katechismus, Abschnitt zum Sakrament des Altars. Bibelzitate nach Luther 1912.